Chronisch happy statt chronisch krank
- Francine Mathier

- 12. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. März
Warum ich mich geweigert habe, eine Prognose zu werden
Als bei mir vor über 16 Jahren eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert wurde, stand mein Leben für einen Moment still.
Nicht wegen der Symptome allein. Sondern wegen der Fragen, die plötzlich im Raum standen und sich nicht einfach abschütteln liessen.
Wie sehr wird mich das einschränken? Werde ich früher sterben? Wie ist nun meine Lebenserwartung? Ist ein erfülltes, freies Leben mit dieser Diagnose überhaupt noch möglich?
Mit der Diagnose kam nicht nur eine medizinische Einordnung. Es kam ein Bild davon, wie mein Leben von nun an aussehen sollte. Enger. Vorsichtiger. Angepasster.

Wenn Medizin hilft – und dennoch etwas fehlt
Ich nahm alle Medikamente ein, die mir die Schulmedizin zur Verfügung stellte. Und dafür bin ich dankbar.
Mein System beruhigte sich. Die akuten Beschwerden wurden weniger. Es ging mir objektiv besser.
Und doch spürte ich: Mein körperliches Gleichgewicht war nicht mehr dasselbe.
Die Vitalität kam zurück – aber gedämpft. Die Kraft reichte – aber nicht mehr selbstverständlich.
Plötzlich stellte sich eine Frage, die mich tiefer traf als jede Diagnose: Wie soll ich so noch ein Leben leben, das mir wirklich entspricht?
Die klare, innere Gewissheit, dass es noch einen anderen Weg gibt
In mir war dieses Wissen, das sich nicht logisch begründen liess, aber hartnäckig blieb. Das kann nicht alles gewesen sein.
Ich wollte keine Zahl in einer Statistik werden.
Keine Prognose bestätigen.
Kein mittelschwerer Verlauf, der mein Leben definiert.
Ich wusste, dass mein Arzt fachlich sehr kompetent ist.
Und gleichzeitig wusste ich:
Und so begann ich, mich umzusehen.
Nicht auf der Suche nach schnellen Lösungen.
Sondern nach einem tieferen Verständnis.
Der Blick nach innen
Ich begann zu recherchieren. Zu lesen. Zu beobachten.
Ich setzte mich mit Meditation auseinander, mit inneren Prozessen, mit Energiearbeit –zunächst vorsichtig, prüfend, skeptisch.
Nicht, weil ich etwas glauben wollte. Sondern, weil ich verstehen wollte.
Mit der Zeit wurde mir etwas Entscheidendes klar: Der Körper reagiert nicht nur auf das, was wir bewusst denken oder tun. Er reagiert viel mehr auf das, was über Jahre hinweg in uns wirkt, oft unbemerkt.
Auf Daueranspannung.
Auf nicht gelebte Gefühle.
Auf unbewusste negative Überzeugungssysteme.
Auf innere Konflikte, die keinen Raum bekommen haben.
Ich begann zu begreifen, warum mein Körper gegen sich selbst arbeitete. Warum gesunde Zellen angegriffen wurden.
Nicht aus „Fehlfunktion“.
Sondern aus einem tiefen inneren Ungleichgewicht heraus.
Regulation statt Kampf
Begriffe wie Epigenetik und Neuroplastizität wurden Teil meines Alltags. Nicht als abstrakte Konzepte, sondern als etwas, das ich am eigenen Körper erlebte.
Ich verstand, dass Gesundheit kein fixer Zustand ist. Sondern ein Prozess.
Ein Zusammenspiel aus Nervensystem, innerer Haltung und gelebtem Alltag.
Es ging nicht darum, Symptome zu bekämpfen oder den Körper zu kontrollieren. Sondern darum, ihn wieder wahrzunehmen. Ihm zuzuhören. Stabilität aufzubauen, statt permanent zu reagieren.
Und vor allem:
wieder in Verbindung zu kommen – mit sich selbst.
In dieser Zeit begegnete ich mir selbst neu. Jenseits von Rollen, jenseits von Erwartungen.
In der Stille zeigte sich etwas, das lange überlagert gewesen war: eine innere Ordnung.
Eine Kraft, die nicht aus Anstrengung entstand, sondern aus Verbundenheit.
Ein neues Verhältnis zu meinem Körper
Heute bin ich seit mehreren Jahren weitgehend beschwerdefrei. Ich sage das bewusst so. Denn der Körper bleibt ein lebendiges System. Er reagiert auf das Leben.
Als mein Vater schwer krank wurde und später verstarb, zeigte sich diese Belastung auch körperlich. Spürbar – aber anders als früher.
Nicht überwältigend.
Nicht beängstigend.
Sondern ein Signal, das ich einordnen konnte.
In dieser Zeit wurde mir sehr klar, dass selbst ein stabiles System nicht unberührbar ist.
Und gleichzeitig, wie viel sich verändern kann, wenn man gelernt hat, mit Belastung anders umzugehen.
Diese Erfahrung hat mein Vertrauen vertieft. In meinen Körper. Und in seine Fähigkeit, immer wieder in Stabilität zurückzufinden.
Was „chronisch happy“ für mich bedeutet
„Chronisch happy“ heisst für mich nicht, immer glücklich zu sein oder nie mehr zu reagieren.
Es bedeutet:
dem eigenen Körper wieder zu vertrauen
Signale ernst zu nehmen, ohne Angst vor ihnen zu haben
Stabilität zu entwickeln, statt Symptome zu bekämpfen
Verantwortung zu übernehmen, ohne sich schuldig zu fühlen
Es ist kein lauter Weg.
Aber ein ehrlicher.
Wenn du dich in diesen Zeilen wiederfindest
Ich bin nicht gegen die Schulmedizin.
Im Gegenteil.
Doch dort, wo sie an ihre Grenzen kommt, beginnt ein anderer Raum.
Ein Raum für Eigenverantwortung.
Für Bewusstsein.
Für Regulation.
Chronisch happy statt chronisch krank ist kein Versprechen.
Es ist eine Haltung.
Und für viele Menschen der Beginn eines neuen Weges.
Wenn du dich im Geschriebenen wiederfindest
und spürst, dass du nicht dort bleiben willst, wo du gerade stehst,
kann es sinnvoll sein, diesen Gedanken Raum zu geben.
Ich öffne dafür einen kostenlosen, unverbindlichen Raum zum Orientieren.
Ohne Druck.
Ohne Verpflichtung.
Nur die Möglichkeit, gemeinsam zu schauen,
welcher Weg für dich stimmig sein könnte.



